Federkielsticken · Rupertiwinkel

Trachtenstücke, von Hand gestickt mit Pfauenkiel.

Hans Hogger fertigt im Rupertiwinkel Ranzen, Hosenträger und Taschen in Federkielstickerei – einem Handwerk, das die Deutsche UNESCO-Kommission als immaterielles Kulturerbe führt. Für jedes Stück spaltet er Pfauenkiele zu feinen Fäden und stickt sie von Hand ins Leder. Rund 100 Stunden für einen Ranzen, der ein Leben lang getragen wird.

Immaterielles Kulturerbe ~100 Std. je Ranzen Teisendorf · Oberbayern
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Schillerndes Federkleid, eine einzige helle Linie.

Federkielsticken ist eine rund 250 Jahre alte Ziertechnik. Hans Hogger spaltet die Kiele von Pfauenfedern der Länge nach – so werden sie zu feinen, festen und zugleich elastischen Fäden.

Mit der Ahle sticht er die Löcher vor und zieht den Kiel Stich für Stich durch das schwarze Kalbsleder. Was als buntes Federkleid beginnt, wird zu einer leuchtenden, hellen Zeichnung: Edelweiß, Initialen, das Zeichen eines Vereins. Jedes Stück ein Unikat.

„Aus der schillerndsten Feder wird eine ruhige Linie auf schwarzem Leder.“

Nahaufnahme von Pfauenfedern mit ihren leuchtend blau-grünen Augen – das Rohmaterial der Federkielstickerei.
Das Rohmaterial: die Schwanzfeder des Pfaus

Rund hundert Stunden für einen Ranzen.

Kein Stück gleicht dem anderen. Der Weg vom Federkiel zur fertigen Zier ist immer derselbe – und braucht vor allem eines: Zeit und eine ruhige Hand.

Hände ziehen einen gespaltenen Pfauenkiel durch ein dunkles Lederstück – Federkielsticken in Arbeit, im Hintergrund ein grüner Trachtenjanker.
In Arbeit · der Kiel wird durchs Leder gezogen
Spalten

Den Kiel zum Faden machen

Jeder weiße Pfauenkiel wird mit der Klinge der Länge nach geteilt – wie das gemacht wird, bleibt das Geheimnis der Werkstatt. Es entstehen feine, erstaunlich feste Fäden.

Anzeichnen

Das Motiv aufs Leder

Edelweiß, Enzian, Initialen oder das Zeichen eines Vereins werden auf das schwarze Kalbsleder übertragen – die Vorlage für jeden einzelnen Stich.

Stechen & Einziehen

Stich um Stich mit der Ahle

Mit der Ahle wird jedes Loch vorgestochen, dann der Kiel hindurchgezogen. Tausende Male, in immer gleicher Folge, bis die helle Linie steht.

Aufziehen

Fertig fürs Leben

Eine Schabracke als Rücklage schützt die Stickerei und macht den Ranzen tragfähig. So entsteht ein Stück, das über Generationen getragen und vererbt wird.

Aus der Werkstatt.

Eine kleine Auswahl – jedes Stück ist eine Einzelanfertigung. Weitere Arbeiten zeige ich Ihnen gern persönlich oder zu Ihrer Anfrage passend.

Fertig besticktes schwarzes Leder mit hellem Schriftzug „Siegsdorf“, Edelweiß und floralen Mustern aus Pfauenkiel.
Bestickter Riemen · „Siegsdorf“, Edelweiß & floral

Hinweis: Beispiele aus der Werkstatt von Hans Hogger. In der Vorschau sind nur einige Arbeiten gezeigt – zur echten Seite gehört eine vollständige Werkschau Ihrer fertigen Stücke.

Für Vereine, Schützen und Trachtenleute.

Hans Hogger ist im Rupertiwinkel zu Hause – als Gauvorstand der Trachtenvereine und Ausrichter des Gaufests 2023. Er weiß, worauf es bei einem Vereinsranzen ankommt.

  • Ranzen und Hosenträger im gleichen Motiv für die ganze Gruppe
  • Vereinszeichen, Wappen und Ortsnamen sauber gestickt
  • Gemeinsame Zeitplanung – jedes Stück bleibt Handarbeit
  • Aufarbeitung getragener Vereinsstücke statt Neukauf
Trachtenverein beim Festzug – die gestickten Ranzen der Männer im Detail erkennbar.
Vereinsranzen im Einsatz beim Gaufest

Hans Hogger.

Das Federkielsticken hat Hans Hogger sich abgeschaut – wochenlang bei einem alten Meister in Lauter, Stich für Stich. Schon seine Großtante beherrschte die seltene Technik.

Gelernt hat er Forstwirt und ist bis heute beim Forstamt im Berchtesgadener Land tätig. Die Federkielstickerei ist seine Leidenschaft – ein Handwerk, das in Deutschland nur noch wenige beherrschen. Seine Werkstatt steht in Rückstetten bei Teisendorf, mitten im Rupertiwinkel, wo die Tracht zum Alltag gehört.

Werkstatt
Rückstetten, Teisendorf
Region
Rupertiwinkel
Handwerk
Federkielsticken
Status
Immaterielles Kulturerbe
Je Ranzen
≈ 100 Stunden

Häufige Fragen.

Was ist Federkielsticken?
Eine rund 250 Jahre alte Ziertechnik: Die Kiele von Pfauenfedern werden gespalten und so zu feinen, festen Fäden, die von Hand ins Leder gestickt werden. Es entstehen helle, leuchtende Muster auf meist schwarzem Kalbsleder – vor allem auf Ranzen, den Trachtengürteln. Das Handwerk wird als immaterielles Kulturerbe geführt.
Wie lange dauert ein Ranzen und was kostet er?
Ein bestickter Ranzen ist viele Tage Handarbeit – rund 100 Stunden. Der Preis hängt von Größe, Motiv und Aufwand ab und wird vorab in Ruhe besprochen. Schreiben Sie mir Ihr Motiv und Ihr Maß, dann nenne ich Ihnen einen verbindlichen Preis.
Kann man einen alten oder geerbten Ranzen restaurieren lassen?
Ja. Ältere und geerbte Federkiel-Ranzen lassen sich oft aufarbeiten, ergänzen oder reparieren, statt sie neu zu fertigen. Schicken Sie mir ein paar Fotos – dann schätze ich ein, was möglich ist.
Fertigen Sie auch für Vereine oder Gruppen im gleichen Motiv?
Ja. Für Trachten-, Schützen- und Musikvereine fertige ich Ranzen und Hosenträger, auch mehrere Stücke im gleichen Motiv mit Vereinszeichen. Für Gruppen planen wir den Zeitraum gemeinsam, weil jedes Stück Handarbeit bleibt.
Wie läuft eine Anfrage ab?
Sie sagen mir, worum es geht – Ranzen, Hosenträger, Tasche oder Restaurierung –, Ihre Wünsche zu Motiv und Initialen und ungefähr Ihr Maß. Wir stimmen Entwurf, Preis und Zeitraum ab, dann beginne ich. Maß genommen wird in Ruhe, persönlich oder nach Anleitung.
Woher kommen die Pfauenfedern?
Die gespaltenen Kiele stammen aus den Schwanzfedern des Pfaus und werden von spezialisierten Federhändlern bezogen. Die Federn fallen beim natürlichen Mausern an.
Kirche von Teisendorf vor den Bergen des Rupertiwinkels im Abendlicht.
Teisendorf im Rupertiwinkel

Der Rupertiwinkel – mei Dahoam.

Zwischen Salzach und Chiemgau, wo Tracht keine Verkleidung ist, sondern dazugehört. Aus dieser Landschaft kommt das Handwerk – und hierher kommen die Menschen, die ein Stück fürs Leben tragen wollen.

Ihr Stück anfragen.

Erzählen Sie mir kurz, was Sie sich vorstellen. Ich melde mich persönlich zurück – ganz unverbindlich.

Werkstatt
Sollinger Straße 21
83317 Teisendorf / Rückstetten

Was als Nächstes passiert: Wir besprechen Motiv, Maß und Zeitraum, ich nenne Ihnen einen verbindlichen Preis – dann beginnt die Handarbeit.

Schritt 1 / 3

Vielen Dank!

In der fertigen Version geht Ihre Anfrage direkt an Hans Hogger. Dies ist eine unverbindliche Vorschau – es wurde nichts versendet.